Manifest für den Herbst

Menschen kommen und gehen. Manche von ihnen mit einem klaren Ziel und der vagen Hoffnung, es auch zu erreichen. Manche mit dem Wunsch, irgendwo ankommen zu dürfen, wo das eigene Leben und dasjenige der Nächsten nicht bedroht ist.
Wir haben Menschen gesehen, die auf der Flucht sind, haben mit manchen von ihnen gesprochen und da und dort einen bescheidenen Beitrag zur Linderung der Not geleistet. Wir staunen über die Tragödien, die es braucht, um uns Privilegierten zur Tatkraft zu verhelfen, aber auch über genau diese hilfsbereite Tatkraft, die unser Land erfasst hat. Lasst uns aber auch auf jene nicht vergessen, die in Syrien, Irak, Somalia, Kongo, Südsudan und anderen Ländern sitzen und davon träumen oder mit dem Gedanken spielen, die gefährliche Reise zu uns anzutreten.
Um zu hegen und zu pflegen, was uns gegönnt ist, und ebendieses mit anderen zu teilen, werden wir bald wieder spielen, einfach so, nichtsdestotrotz und deswegen. Vielleicht bei euch unter dem Fenster, vielleicht um die nächste Ecke, vielleicht in der einen oder anderen Kneipe. Ihr werdet uns hören, gewiss.
Bis es soweit ist: Hört doch hinein in jene Aufnahmen, die wir im Juli mit Olaf Schuberth, dem 2-Meter-Mann aus dem Osten, gemacht haben. Ihr werdet staunen, nicht nur über uns, sondern auch über die famose Rose Grün, die sich wieder einmal an unsere Seite gesellt hat. Und über die subtilen Sirenen Barbara Kaiser und Martina Nußbaumer, die unsere gespenstischen Zehenspitzen chorisch verstärkt haben.

Lasst uns den Herbst feiern als Neubeginn — mit allen und für alle, die das Leben glücklicherweise an einen rettenden Ort getragen hat. Und lasst uns still an jene denken, denen dieses Glück nicht mehr beschieden war.

Es grüßen euch eure
3 Knaben

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